Planung in öffentlicher Hand by Wolfgang Hartenstein (auth.), Lutz Unterseher, Carl Böhret,

By Wolfgang Hartenstein (auth.), Lutz Unterseher, Carl Böhret, Garry D. Brewer, Ronald D. Brunner, Herbert Ehrenberg, Klaus Liepelt, Erika Spiegel, Günter Struve (eds.)

,,Planung" gehört zu den besonders schillernden Begriffen in der bundesdeut­ schen Sprachlandschaft. Harmlos und selbstverständlich kommt das Wort daher, wenn es um die Dispositionen von privaten Haushalten (Urlaubsplanung) oder wirtschaftlichen Unternehmen geht (Absatzplanung, Personalplanung); schwer durchschaubar , etwas unheimlich, aber letztlich unvermeidbar tritt es in mehr technischen Bereichen auf (Verkehrsplanung, Bauleitplanung); als politische und die Sache - lange Zeit gemieden, in den Langfristplanung ist der Begriff - 60er Jahren immer heftiger gefordert (Bildungs-, Umweltplanung), durch die erste sozialliberale Koalition energisch eingeflihrt, seitdem eher kontrovers ge­ worden. So nahe es liegt, daß ein privater Haushalt oder ein Betrieb seine Absichten und Bedürfnisse auf künftig verfügbare materielle Ressourcen und zeitliche Re­ striktionen abstellt, diese auszuschöpfen oder zu vermehren trachtet und seine Maßnahmen in Einklang mit ihnen zu bringen sucht; so bedenklich erscheint es und manchen, wenn eine Regierung eben dieses tut: für einen längeren Zeitraum für größere gesellschaftliche Bereiche verbindliche Dispositionen trifft. Zu denen, die solche staatliche Planung bösartig finden, gesellen sich neuer­ dings immer mehr, die sie für eher lächerlich halten: löblich zwar, aber undurch­ führbar angesichts der weder voraussagbaren noch gar steuerbaren Kräfte und widerstreitenden Tendenzen. In der Tat: Fehlplanungen aufzuzählen - im Bereich von Gesundheit, Bil­ dung, Städtebau, Energie -, fällt heute leichter als Erfolge zu melden. Den Leu­ ten in den Planungsstäben, die in den frühen 70er Jahren allerorten geschaffen wurden, weht der Wind ins Gesicht. Sie können froh sein, wenn guy sie unge­ schoren läßt. Neue Aufgaben und neue Stellen können sie nicht erwarten.

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Der funktionelle, zukunftsoffene Zuschnitt und der Charme der Innengestaltung - man stelle sich zwei übereinanderliegende, jeweils tennisplatzgroße italienische Eisdielen vor - überzeugten einfach. Die Uni wuchs, der nach Essen Schlange stehenden Studenten wurde mehr. Die Erweiterung der Mensa, das heißt der dritte Stock, stand auf der Tagesordnung. Dabei stellte man fest: das Fundament kann nur zwei Etagen tragen. Es mußte eine zweite Mensa gebaut werden. ) Protokollnotizen hinweisen, in denen er auf das Erfordernis eines für die Aufstockung geeigneten Fundaments hingewiesen hatte.

Die Professionalisierung der kommunalen Mandatsträger, vor der zuweilen Karl-Heinz Naßmacher 40 3 Monatliches Zeit budget haupt- und ehrenamtlicher Kommunalpolitiker (geschätzte Durchschnittswerte) Fraktionsvorstände Aktivitäten Sitzungen von Rat Ratsausschüssen Fraktionsvorstand bzw. Verwaltungskonferenz Bezirksvertretungen Ratsfraktion Parteiorganisation sonstigen Gremien Bearbeiten (Lesen) von Vorlagen f. Rat u. Ausschüsse Anträge der Ratsfraktionen Anliegen von Vereinen und Bürgern - Lokalzeitungen sonstigen Materialien Gespräch mit Verwaltungsangehörigen - Stadtverordneten Partei(en) - Vereinen/Verbänden - Pressevertretern - einzelnen Bürgern sonstigen Gesprächspartnern Stunden insgesamt: *) Sonstige Stadtverordnete 5 17 5 17 9 2 3 II II 9 7 12 5 } }15 } 8 9 7 2 7 108 4 *) *) *) } 5 8 5 I 7 93 Amtsleiter 2 *) 14 *) *) *) Dezernenten *) 15 4 11 10 34 7 3 29 9 2 5 3 8 12 21 13 13 34 38 11 2 6 2 14 9 42 17 212 200 I I I 7 2 10 10 Daten konnten nicht erhoben werden.

Sie lassen sich etwa wie folgt umschreiben: 1. Vereinzelte Experimente (Schulversuche) aufgrund der traditionellen "Schulversuchsklausel" , die es in allen Schulgesetzen seit eh und je gi~t, gingen voraus; sie nahmen - noch unspezifisch - Anregungen der vielfältigen pädagogischen Reformliteratur auf und testeten ihren Gehalt in der Schulpraxis. 2. Politische Vorentscheidung innerhalb der Schulverwaltung durch den verantwortlichen Minister. 3. Verstärkte Förderung weiterer (paralleler oder partiell weiterführender) Versuche, insbesondere durch a) schnelle und großzügige Bereitstellung von Schulbaumitteln innerhalb des vorhandenen Schulbauplafonds, b) unterstützende Personalpolitik, vor allem die Auswahl befähigter und interessierter Lehrer für diese Schulen, Zuweisung von Junglehrern, Betreuung durch befähigte und interessierte Schulaufsichtsbeamte.

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