Narzißtische Krisen: Zur Psychodynamik des Selbstmords by Heinz Henseler

By Heinz Henseler

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit einem in seiner Bedeutung unterschätzten Aspekt innerhalb der Selbstmordforschung, dem des gefährdeten Selbstwertgefühls von Suizidanten. Aufbauend auf die neuere psychoanalytische Narzißmustheorie wird der Selbstmord als Krise des Selbstwertgefühls begriffen: Zunächst unverständlichen psychodynamischen Vorgängen kann eine Labilisierung des narzißtischen Regulationssystems vorausgehen, die Suizidhandlung selbst erscheint als krisenhafter Versuch, das gefährdete Selbstwertgefühl zu retten. Ohne die Aggressionsproblematik zu bagatellisieren, wird die klinische Relevanz der sorgsam entwickelten Modellvorstellungen an 50 Patienten, die einen Selbstmordversuch unternommen hatten, geprüft und belegt. Aus der Untersuchung ergeben sich vielfältige Konsequenzen für den Umgang mit Selbstmordgefährdeten, die Beurteilung der Suizidgefahr, die Psychotherapie narzißtisch gestörter Patienten und die Psychohygiene des Selbstwertgefühls.

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Mit Selbstbestrafung ahndet. Die Suizidphantasien in ihrer passiv sich aufdrängenden Art und die Aggressionsumkehr liegen in der Konsequenz dieser Entwicklung (zur genaueren Deskription des Einengungsbegriffes vgl. RINGEL 1969). Das Auftreten des präsuizidalen Syndroms in klinisch relevanter Form ist vor dem Hintergrund dieser Entwicklung der Kristallisation in einer gesättigten Sole zu vergleichen. RINGEL zitiert MENNINGER: «Selbstmörder ist man, lange bevor man Selbstmord begeht» (alle Zitate 1969, S.

Solche Vorstellungen finden sich bei Suizidanten sehr selten. Das heißt nicht, daß sie, danach befragt, keine mehr oder weniger dezidierte überzeugungen über das haben, was nach dem Tod sein wird. Diese überzeugungen spielen aber für die Situation, aus der heraus die Suizidhandlung geschieht, merkwürdigerweise kaum eine Rolle. IRLE (1968) befragte 200Suizidpatienten nach ihren überzeugungen bezüglich des Lebens nach dem Tod. Er verglich die Aussagen mit denen einer Kontrollgruppe «seelisch Gesunder».

Die angegebenen Konflikte infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten wären daraufhin zu prüfen, wem gegenüber die wirtschaftliche Schwierigkeit als konflikthaft erlebt wird (vgl. Beispiel). Die relativ seltenen Suizidhandlungen, die ihre Motive nicht dem zwischenmenschlichen Bereich entnehmen (z. B. unheilbare Krankheit, Gefühl, vor dem eigenen Ideal versagt zu haben u. ), müßten ebenfalls genauer auf ihre subjektive Bedeutung geprüft werden. 2. Nosologische Einordnung Die Kriterien für die diagnostische Einordnung der den Suizidhandlungen zugrundeliegenden psychologischen bzw.

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