Friedenstiftende Religionen?: Religion und die Deeskalation by Manfred Brocker, Mathias Hildebrandt

By Manfred Brocker, Mathias Hildebrandt

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Letztendlich stand in diesen Religionsgesprächen nichts geringeres als die Legitimität der mittelalterlichen politischen Ordnung zur Disposition, wenn die eigene Theologie nicht als wahr erwiesen oder zumindest gegen Kritik verteidigt werden konnte. Das Christentum musste in diesen Dialogen obsiegen, um die Legitimität der eigenen Lebensform und politischen Ordnung zu verteidigen. Aber diese Religionsdialoge haben nicht nur eine unterschwellige innenpolitische Dimension, sondern auch eine offen zu Tage tretende außenpolitische Funktion, insoweit durch die Ausbreitung des Islam der universelle Anspruch des Christentums bedroht war.

Diese Feststellung verweist auf Abaelardus theologischen Grundsatz „nihil credendum, nisi prius intellectum“ – nichts ist zu glauben, was nicht zuerst verstanden wurde – der den Rationalitätsanspruch im Vergleich zu Anselm erweitert. Auf der anderen Seite wird aber auch der Philosoph, der die Juden als „töricht“ und die Christen als „verrückt“ bezeichnet (11), von Abaelardus in die Schranken verwiesen mit dem Hinweis, er solle es „nicht für bedeutsam erachten, wenn es scheinen sollte, als ob [er] bei diesem Aufeinandertreffen die Oberhand“ behielt (13).

Christen kauften bei den Juden Fleisch und Wein, feierten mit ihnen den Sabbath und nahmen auch häufig an den jüdischen anstatt den christlichen Gottesdiensten teil (Awerbuch 1980: 13 ff, 23 ff). In dieser Situation erwies sich die intellektuelle Überlegenheit der jüdischen Gelehrten als eine echte Bedrohung für die christliche Geistlichkeit. Die Schärfe der jüdischen Polemik gegen die christlichen Dogmen offenbarte die geistige Wehrlosigkeit der Laien und des Klerus gleichermaßen. Denn da sich die jüdischen Gelehrten „im exegetischen Streit auf den verständlichen Wortsinn stützten und in der dialektischen Gedankenführung geschult waren, so wussten sie eben die Vernunft in doppelter Weise auf ihrer Seite.

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