Expertensysteme: Neue Automatisierungspotentiale im Büro- by Ulrich Frank

By Ulrich Frank

Die zunehmende Bedeutung der Informationstechnologie auch im BUro-und Verwaltungsbereich ist unbestritten. Die he ute in der Praxis zu verzeichnenden Ansatze konzentrieren sich vor all em auf die Automatisierung solcher Aufgaben, die eine vergleichsweise geringe Komplexitat aufweisen und vor allem wohl strukturiert sind. Aus wissenschaftlicher Sicht interessanter erscheinen jedoch Tatigkeiten, die der Vorbereitung zielgerichteter Handlungen in dynamischen Realitatsbereichen dienen, deren Strukturen und Wirkungszusammenhange nicht vollstandig bekannt sind. Seit der VerfUgbarkeit von EDV-Anlagen in Unter nehmungen hat es zwar immerwieder ForschungsbemUhungen gegeben, solche Managementfunktionen zu automatisieren oder weitgehend zu unterstUtzen - administration Informationssysteme und EntscheidungsunterstUtzungssysteme sind hier als die wohl bekanntesten Ansatze zu nennen -, Uberzeugende Erfolge konnten jedoch nicht verzeichnet werden. Ein wesentlicher Grund fUr dieses Scheitern ist in der fehlenden Konzeption zur formalen Abbildung schwach strukturierter Zusammenhange zu sehen. Ein aus der KUnstliche Intelligenz-Forschung stammender Ansatz, der in den letzten Jahren in Wissenschaft und Praxis fUr Aufsehen gesorgt hat, verspricht, diese AutomatisierungshUrde zu Uberwinden: in Expertensystemen soli das Wisse- und eben auch sog. vages Wissen - hochqualifizierter Experten mit Hilfe ge eigneter Formalismen abgebildet werden, so daB deren Entscheidungskompe tenz rekonstruiert werden kann. In den wenigen dedizierten betriebswirtschaft lichen Beitragen wird dieser Ansatz mit verhaltenem Optimism us beurteilt. Es mangelt allerdings an detaillierten Analysen der Moglichkeiten, administration funktionen durch Expertensysteme zu ersetzen. Ein Grund dafUr magazine die damit verbundene Notwendigkeit sein, die MUhen einer interdisziplinaren Orientierung auf sich zu nehmen. So sind neben der formalwissenschaftlich orientierten KUnstliche Intelligenz-Forschung u. a.

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Die dargestell ten Regeln zum nicht-monotonen schlie~en sind - auch wenn die Darstellungen leicht voneinander abweichen - ein wesentliches gemeinsames Merkmal. Wenn unterschiedlicher Weise erlautert werden diese Regeln in - wah rend Doyle/ McDermott (1982, S. 55) von "rules about changing theories, not rules within a theory" sprechen, betont Reiter (1980, S. 93), da~ defaults eine gegebene Theorie vervollstandigen ist dies wohl hauptsachlich darauf zuruckzufuhren, da~ die 1) S. 95, er spricht dabei von "some sort of metamathematical statement".

Mystifikation ebenso dieser rei~erisch neuen wie unqualifiziert zur beitragen. a. a. (1983), Harmon/ King (1985) 2) vgl. B. Harmon/King (1985), S. 197 ff. und S. 123 ff. dieser Arbeit. " 24 tung von ES allzu positiv zu beurteilen. 1 ) Es ist wenig verwunderlich, zierter da~ auch die Ankundigungen der Anbieter von dedi- Hardware und Entwicklungswerkzeugen nicht eben zu einer sachlicheren sicht der Dinge beitragen. Die in der Literatur angebotenen Definitionen von ES fast allesamt dadurch gekennzeichnet, da~ sind sie nicht hinrei- chen, ES von anderen Programmtypen eindeutig abzugrenzen.

34. Vgl. " McDermott (1982), S. 37 50 Einen wesentlichen Ansatz, dieses Ziel zu erreichen, stellt das von Doyle (1979) vorgeschlagene Truth Maintenance System (TMS) dar. Das TMS uberwacht Veranderungen der Wissensbasis. Immer dann, wenn Widerspruche auftreten, werden sie vom TMS durch ZUrUcksetzen an die Annahme, die den Widerspruch ausgelost hat, beseitigt. Das TMS sorgt damit fur die Funktionstuchtigkeit der unabhangig von ihr operierenden Inferenzkomponente: durch das Eingreifen des TMS bleibt die Konsistenz der Wissensbasis gewahrt.

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