Der kubanische Entwicklungsweg: Ein Beitrag zum Konzept by HORST FABIAN

By HORST FABIAN

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Im Sinne abstrakter statt konkreter Negation, kritisiert worden waren, hieß die präzisierte Fragestellung jetzt: l"i'odurch wurde die konzentrische Diversifizierung des ZuckerexportseKtors blockiert und die inkrementelle Diversifizierung der Gesamtwirtschaft begrenzt? Erst durch die veränderte Fragestellung kam an die Oberfläche, daß für einen kurzen Zeitraum durchaus die realhistorische Möglichkeit bestanden hatte, den Zuckersektor als Leitsektor einer nationalkapitalistischen Entwicklung zu nutzen.

B. Aber selbst wenn alle potentiellen Kopplungseffekte produziert werden, können sie national oder international im Rahmen von multinationalen Konzernen absorbiert werden. Es gilt daher nach den Bedingungen zu fragen, unter denen ein optimum der potentiellen Kopplungseffekte eines Leitsektors produziert und für die nationalwirtschaftliche Entwicklung genutzt wird. makromarxistischen. Ansatz. Gerade die postrevolutionäre Umfunktionierung des Zuckersektors zum Leitsektor zeigt, wie sehr die Realisierung des stofflich gegebenen gesamtwirtschaftlichen Nutzens eines Produktionszweiges an politisch-ökonomische Bedingungen gebunden ist 9 • 25 Viele Untersuchungen des kubanischen Entwicklungsweges - unabh~ngig von ihren pOlitischen Prämissen - leiden an einer euro- zentristischen Verzerrung ihrer Perspektive.

Zwischendemvorkapitalist~chenSklavensystem und der deformierten Exportökonomie, deren dominierende Produktionsweise die kapitalistischen Zuckerplantagen waren, bestand auch in anderer Hinsicht ein logischer und funktionaler Zusammenhang: Die Sklaverei begrenzte den Binnenmarkt für Massenkonsumgüter außerordentlich und war damit eine wichtige Voraussetzung der exzessiven Exportspezialisierung auf Kosten der kommerziellen Produktion für den Binnenmarkt. Andererseits war gerade die Arbeitsorganisation der Sklaverei in dieser für die Entwicklung des kubanischen Zuckersektors entscheidenden Phase (1820 - 1880) der wesentliche Grund dafür, daß die Intensivierung der Zuckerrohrlandwirtschaft als Beginn einer allgemeinen Modernisierung der Landwirtschaft nicht stattfand, die Zuckerindustrie nicht in nationaler Regie umfassend industrialisiert wurde, und Teile der Zuckerproduktion durch den Prozeß der Desmanufaktur ins Ausland verlagert wurden, statt den verarbeitungsgrad der Zuckerrohrprodukte zunehmend auszudehnen 4 • Kurz: die Sklaverei als dominierende Form der Arbeitsorganisation verhinderte, 'daß vor 1886 der Zuckersektor die Rolle eines Leitsektors der Intensivierung der Landwirtschaft und einer breiteren, konzentrischen Industrialisierung übernehmen konnte.

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