Der Diskontkredit: Rechtsgrundlagen und Bankpraxis by Joachim Kohlhof

By Joachim Kohlhof

Unter dem Begriff "Diskont" versteht guy im allgemeinen einen Zinsabzug von noch nicht falligen Forderungen. Eine konkrete Ausgestaltung findet diese weite begriffiiche Fassung des Wortes Diskont anhand der Untersuchung des gewerblichen Diskontgeschaftes. Das Diskontgeschaft zahlt zu den klassischen Bankgeschaften im Sinne des 1 Abs. 1 Nr. three KWG und hat nahezu ausschlieBlich das Wechseldiskontgeschaft, das heiBt den Erwerb noch nicht falliger Wechsel gegen Zahlung der Wechsel summe unter Abzug von Zwischenzinsen vom Ankaufs- bis zum Verfalltag - 1 und meist einer Provision -, zum Inhalt Das Wesen des Diskontkredits liegt additionally darin, daB der Diskontgeber (Kredit geber) nicht fallige (Wechsel-)Forderungen unter Abzug des Diskontsatzes (Zwischenzinses), der bei den Geschaftsbanken urn Provision und Nebenkosten erweitert wird, vom Diskontnehmer (Diskontanten) erwirbt. 1m Gesetz uber die Deutsche Bundesbank vom 26. Juli 1957 erscheint der Ausdruck "diskontieren" nicht; in der gewerblichen wie in der verwaltenden Kreditwirtschaft gilt er als Synonym fUr aIle unter Abzug eines Zwischenzinses angekauften Forderungen. Die Vorteilhaftigkeit einer Diskontierung liegt darin, daB sie dem Inhaber einer Forderung erlaubt, nicht erst den Eingang des Gegenwertes der Forderung nach Falligkeit abzuwarten, sondem sich bereits vor Falligkeit Bargeld zu verschaf fen. Zu den Diskontgebem zahlen in aller Regel die Geschaftsbanken und die Bundesbank. Sie schreiben den Barwert der Forderung, das heiBt die Forde rungssumme abziiglich des Zwischenzinses, intestine und gewahren auf diese Weise dem Diskontnehmer bis zum Zeitpunkt der Falligkeit der Forderung Kredit.

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Die Abrechnungsbanken haben nach den giiltigen Abrechnungsbedingungen die Moglichkeit, Wechsel, die nicht eingelost werden sollen, bis zum ersten Abrechnungstermin des nachsten Geschaftstages zuriickzugeben. Einlosungen im Fall (2) erfolgen derart, daB die zuvor benachrichtigten Kreditinstitute eine Durchschrift der Benachrichtigung als Einlosungsauftrag zuriickschicken, korrigiert urn die Wechsel, die nicht eingelost werden sollen. Bei diesem, zwischen der LZB und den Kreditinstituten vereinbarten besonderen Verfahren ersetzt die Benachrichtigung die gemaB Art.

Der Privatdiskontmarkt ist im Vergleich zum "Bundesbankdiskontmarkt" ein relativ kleiner und unbedeutender Teilmarkt des inlandischen Geldmarktes. Er spielt sich ab in einem Kreis von Banken, denen bestimmte Bonitatsanforderungen auferlegt sind und die ausdriicklich als Teilnehmer eines "privaten" Diskontmarktes zugelassen sein miissen. Ausgangspunkt fUr die Bildung dieses Marktes war die Suche nach giinstigen Finanzierungsmitteln fUr den AuBenhandel. Ais Mittel dienten unter anderem Bankakzepte mit erstklassiger Adresse l4 • Diese ,,feinen" Wechsel waren eine bevorzugte liquide Geldanlage fUr die am Geldmarkt beteiligten institutionellen Anleger.

Die Selbstliquidisierung eines aus einem Warenumschlag hervorgegangenen Wechsels ist also von der Form und dem Inhalt des Grundgeschaftes losgelost. Sie wird allein zu einer Frage der Bewertung hinsichtlich der finanziellen und wirtschaftlichen Beweglichkeit der aus den Wechseln verpflichteten Untemehmen. Die Intentionen der Notenbank ilir das Festhalten an diesem Aktivgeschaft, obwohl es bei naherer Betrachtung de facto wegen der standigen Verlangerungsmoglichkeit von auslaufenden Wechseln durch entsprechende Neuschaffung inner1;talb der zugeteilten Rediskont-Kontingente als Dauerkredit anzusprechen ist, liegen in der Briickenfunktion, die dieser Kredit zwischen der Bundesbank und der Wirtschaft einnimmt.

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